29.04.2013

Preisgericht zum Erweiterungsbau des Jüdischen Museums hat entschieden

Kulturdezernent präsentiert Preisträger des Architekturwettbewerbs


Staab Architekten GmbH, Aussenansicht

Staab Architekten GmbH, Innenraumperspektive

Es ist entschieden, das Büro Staab Architekten GmbH aus Berlin wird den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums errichten. Das Auswahlgremium, bestehend aus Architekten, Stadtplanern sowie Vertretern von Politik, Kultur und Jüdischer Gemeinde, hat einen Entwurf gewählt, der die städtebauliche Bezüge adäquat aufnimmt und behutsam mit seiner Umgebung umgeht. "Die Arbeit setzt die architektonischen Anforderungen für Wechselausstellungen hervorragend um und begegnet dem Rothschild-Palais mit Respekt", so Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.

Der Entwurf von Staab bezieht die Wallanlage auf eine harmonische Weise ein, indem durch die Schrägstellung eine künstliche Hofsituation erzeugt wird. Der dreigeschossige Anbau schließt die Hofstraße mit einem dritten Baukörper. Er steht eigenständig und selbstbewusst neben dem Rothschild-Palais. Gleichzeitig kommunizieren beide Bauwerke durch die helle Farbgebung - die Fassade des Neubaus wird durch geschliffenen hellen Sichtbeton materialisiert und harmoniert so mit der hellen Putzfassade des Altbaus. Auch durch die Dachschräge nehmen die Bauten Bezug aufeinander.

Das Besondere der Arbeit des Büros Staab ist der weitläufige Blick durch die Halbgeschossigkeit des neuen Ausstellungshauses. Die wenigen großen Fensteröffnungen sind so positioniert, dass der Ausblick oder Einblick wie ein Gemälde an der Wand gerahmt erscheint.
Der Entwurf zeichnet sich auch dadurch aus, dass das flexible Raumprogramm im Bereich der Wechselausstellungen adäquate Flächen für die Präsentation derselben vorsieht. Die Nutzung kann im Ganzen aber auch zwei- oder dreigeteilt erfolgen. Der Vortragsraum liegt im Erdgeschoss und kann bedarfsorientiert ins Foyer verlängert oder geschlossen werden. Durch die angeschlossene Gastronomie gelingt der Spagat als Ort der Vermittlung und der Kommunikation. Die Dauerausstellung ist weiterhin in den Obergeschossen des Altbaus zu finden.

Für Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz ist das Wettbewerbsergebnis ein Grund zur Freude: " Die Jury hat sich für einen ausdruckstarken und eigenständigen Entwurf entschieden, der die besten Antworten auf die Herausforderungen dieser anspruchsvollen Baumaßnahme, insbesondere auch in Hinsicht der Funktionalität des Museums, gefunden hat." Museumsdirektor Raphael Gross stimmt dieser positiven Wertung zu: "Wir freuen uns auf die Umsetzung dieses Entwurfs, der auch der Bedeutung der jahrhundertealten jüdischen Geschichte und Kultur dieser Stadt und dieser Region entspricht." 

Das Preisgericht hatte unter Vorsitz von Professor Max Dudler im letzten Jahr zwei zweite und einen dritten Sieger hervorgebracht. Neben dem Büro Staab Architekten GmbH erhielt im Vorjahr das Büro Töpfer Bertuleit Architekten, ebenfalls aus Berlin, einen zweiten Preis. Den dritten Preis gewann das Büro Gerkan, Marg und Partner (gmp) Generalplanungsgesellschaft mbH aus Hamburg. Die Stadt Frankfurt am Main, Dezernat Kultur und Wissenschaft, lobte den Realisierungswettbewerb aus und ermittelte im Dezember aus 19 Teilnehmerentwürfen diese Preise. Es handelte sich um einen nichtoffenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem qualifiziertem Auswahlverfahren. Das Wettbewerbsverfahren wurde von der MuseumsBausteine Frankfurt GmbH im Auftrag der Stadt Frankfurt durchgeführt und von der Stadtbauplan GmbH, Darmstadt begleitet.

Weitere Informationen: Dagmar Stefan, MuseumsBausteine Frankfurt GmbH, Telefon: +49 (0)69 212-49118

Bildmaterial erhältlich über Nadine Wagner, Stadtbauplan GmbH, Telefon: +49 (0)6151-9957-0